Kosto, wie er von
Freunden genannt wurde, war Kosmopolit, Philosoph und Musikliebhaber. In Ungarn 1906 als Sohn wohlhabender Großbürger geboren, fühlte er sich in New York, Paris und München zu Hause. Er schrieb mehrere interessante Bücher, von denen ich einige las. Seine Leser nimmt er mit auf die Reise rund um den Globus, übers Börsenparkett, in Straßencafes und Brokerbüros. Kein Ereignis, ob der schwarze Freitag 1929 oder die Talsohle des Dollars während der großen Ölkrise in den Siebzigern, das der Ungar nicht mit lebendigen Beispielen kommentiert. Manchmal wirkt er rechthaberisch, aber immer messerscharf. Kostolany hat rund siebzig Jahre seines Lebens mit Börsenspekulationen verbracht. Dabei erlebte er mehr als einen Crash, verlor sein Vermögen und rappelte sich wieder auf. Genügend Stoff also, um einige geistreiche Geschichten oder Börsentipps zum Besten zu geben. An Witz und Weisheit hat es dem 1999 verstorbenen Börsen-Altmeister nie gefehlt. Der ein oder andere Tipp könnte vor allem dann nützlich werden, wenn die Börse wieder mal verrückt spielt. Hier nun einige Original-Zitate, die mir besonders gut gefielen:
- Man kann auch von einem Dummkopf etwas lernen, besonders, was man nicht tun soll.
- Beim Tiefstand der Kurse haben die Hartgesottenen die Papiere und die Zittrigen das Geld, auf dem Höhepunkt des Booms, die Hartgesottenen das Geld und die Zittrigen
die Papiere.
- Wenn die Börse auf gute Nachrichten nicht mehr reagiert, herausgehen - und wenn schlechte Nachrichten keine Wirkung mehr haben, hereingehen.
- Geld ist der Sauerstoff der Börse
- Wer viel Geld hat, kann spekulieren. Wer wenig Geld hat darf nicht spekulieren. Wer garkein Geld hat, muß spekulieren!
- Die Logik an der Börse ist, daß man oft unlogisch sein muß - und das ist die große Kunst des Spekulierens und der Börsenanalyse!
- Je geschickter ein Spekulant ist, desto eher geht er gegen die alllgemeine Tendenz.
- Die meisten Menschen, die die Eigenschaft besitzen, viel Geld zu machen, haben selten auch die
Eigenschaft, es zu genießen.
- Börsentendenz-Voraussagungen sind keine Wissenschaft, sondern eine Kunst. Wer Börsenkurse oder Tendenzen mit wissenschaftlichen Methoden voraussagen will, ist entweder ein Scharlatan oder ein Dummkopf, oder beides zur gleichen Zeit!
- Die sicherste Bremse gegen eine wilde Spekulationswut ist der Verlust.
- Die beiden schwersten Sachen an der Börse sind, einen Verlust hinzunehmen und einen kleinen Profit nicht zu realisieren. Am schwersten aber ist es, eine selbständige Meinung zu haben, das Gegenteil von dem zu machen, was die Mehrheit tut.
- Wenn die Börsenspekulation so leicht wäre, gäbe es keine Bergarbeiter, Holzfäller und andere Schwerarbeiter. Jeder wäre Spekulant!
Zum guten Schluss noch ein Zitat von Voltaire:
“Es ist leichter über das Geld zu schreiben, als Geld zu machen!”
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Ja, wer kennt ihn nicht...
...den alten Spekulanten Andre´ Kostolany?
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